Translation Memorys bieten gewöhnlich zwei Arten an, wie sie dem Benutzer Übersetzungsvorschläge unterbreiten. Zum einen kann der am besten bewertete Vorschlag ohne Nachfrage in den Editierbereich, in dem die Übersetzung verfasst wird, als Vorlage eingefügt werden. Eventuell wird annotiert, dass es sich um einen Fuzzy-Match handelt, damit der Übersetzer den Vorschlag gründlicher prüft als einen Übersetzungsvorschlag, der auf einem Exact-Match zurück geht.
Zum anderen kann der Übersetzer eine Liste aller Fundstellen abrufen, die nach der berechneten Relevanz geordnet ist. Auf der ausgangsprachlichen Seite können für jede Fundstelle die Unterschiede zu dem zu übersetzenden Satz hervorgehoben werden. Ein in der Bewertungsphase erstelltes Wortalignment ist hierfür eine idelae Grundlage. Die jeweiligen Übersetzungen werden ohne jede Hervorhebung mit angegeben und können vom Übersetzer als Vorlage für die zu erstellende Übersetzung ausgewählt werden. Mir ist nicht bekannt, ob die Wahl von Übersetzern anhand der Ausgangstexte oder der Übersetzung getroffen wird. In letzteren Fall könnte es nützlich sein, die Übersetzungsvorschläge so darzustellen, dass einander ähnliche Vorschläge leicht erkannt werden können.
Übersetzungsvorschläge, die auf Fuzzy-Matches basieren, erfordern i.d.R. Anpassungen. (Ausnahmen ergeben sich z.B. beim Übersetzen einer korrigierten Fassung eines Textes, der in einer Rohfassung, die viele Fehler enthält, bereits übersetzt wurde.) Ein Translation Memory bietet grundsätzlich nur Übersetzungsvorschläge in der Form an, wie es sie im Referenzmaterial vorfindet. Selbst einfache Anpassungen, wie z.B. das Ersetzen von Produktbezeichnungen, Datumsangaben oder Zahlen, muss der Übersetzer vornehmen.